Nachhaltiger Konsum

Bio ist in.
Gerade in Zeiten, in denen der Käufer immer weniger Überblick über die Inhaltsstoffe der Produkte hat, ist das sechseckige Bio-Siegel ein verlässliches Anzeichen für Qualität. Doch wenn beispielsweise Bio-Äpfel aus Argentinien geliefert werden oder Bio-Gurken aus Spanien, legen die Früchte tausende Kilometer bis in die Supermärkte zurück und sind zwar wahnsinnig biologisch angebaut worden, haben aber eine schwarze Klimabilanz. Dabei sind Äpfel aus dem Alten Land genauso lecker und müssen auf ihrem Weg nur die Elbe überqueren. Dies gilt für die "Apfel-Saison". Dass man dabei nicht nur dem Klima etwas Gutes tut, sondern vor allem den Landwirten vor Ort liegt auf der Hand. Gleiche Beispiele lassen sich auch für viele andere Nahrungsmittel zeigen.

Nachhaltigkeit muss also nicht unbedingt immer nur „bio“ sein, sondern beinhaltet auch "lokal" und "saisonal". So hat der Apfel aus dem Alten Land im Frühjahr und Sommer (also vor der neuen Ernte) eine schlechtere Klimabilanz als ein eingeflogener aus z.B. Neulseeland.

Auch bei anderen Produkten fern von Käsetheken und Gemüseregalen, ist Nachhaltigkeit angekommen. Ökologisch und fair gehandelte Mode muß heute nicht mehr nach Öko aussehen oder wahnsinnig teuer sein. Mittlerweile gibt es in Hamburg einige Läden, die auf "Fair trade" setzen. Selbst das große schwedische Modehaus mit den zwei Buchstaben hat längst eine erfolgreiche Linie, die sich rühmt, zumindest in Teilen aus ökologisch hergestellten Materialien zu sein. Bleibt die Frage, wie nachhaltig ein "bio"-T-Shirt für 5€ so sein kann...
Kritisches Denken ist also auch und besonders in Zeiten eines allgegenwärtigen Bio-Siegels dringend erforderlich!

Hier gilt eindeutig: Ein gutes Vorbild muss voran gehen. Die Stadt sollte nicht nur die ökologische Landwirtschaft weiter fördern und sie im harten Markt etablieren, sondern auch selbst bei Empfängen und Stadtmarketing auf Obst und Gemüse aus der Region setzen.

Und fast immer gilt: weniger ist mehr!
Weniger neue T-Shirts und weniger Fleisch, dafür lieber ein gutes, fair gehandeltes T-Shirt und ein Stück Sonntagsbraten von einem glücklichen Tier. Ist alles auch gut für unsere ganz persönliche Klimabilanz!


weiterführende Informationen:

Wie viel verstecktes Wasser verbirgt sich in Deinem Einkaufskorb? -> Link

Bio? Öko? Blauer Engel? Ein Weg durch den Label-Dschungel -> Link

Story of stuff - Ein super Film über Herkunft und Zusammenhänge der Dinge des täglichen Lebens -> Link

Utopia - Das Internetportal für strategischen Konsum -> Link

ecoshopper: Einkaufsführer und Ratgeber für bewussten Konsum -> Link

Kernthema der Umwelthauptstadt -> Link

giftgrün / kallejipp / petfed / photocase.com